Neue Verbraucherrechte für ganz Europa sollen Käufern mehr Sicherheit bieten. Abzockern im Internet wird das Handwerk gelegt und der Einkauf in EU-Ländern erleichtert. Für deutsche Verbraucher gibt es auch Nachteile. schriebt der Focus am 23.06.2011
“Neue Rechte für Verbraucher” heißt es in der Überschrift.
Wenn ich die reißerische Einleitung lese, frage ich mich ob das noch etwas mit Journalismus zu tun hat und vor allem welche Abzocker im Internet ?
Es erinnert mich gleich an ganz ähnliche Überschriften wie “Schärfere Strafen und Gesetze gegen Terroristen !” – Welche Terroristen ?
Wie viel Menschen sterben in Deutschland jährlich an Tabak und Alkoholkonsum ?
Tabakkonsum: mindestens 110000 pro Jahr www.krebsgesellschaft.de
Tote durch Alkohol pro Jahr: 74000 www.welt.de
Tote durch Terrorismus in Deutschland in den letzten Jahrzehnten: 0,00
Aber zurück zum Thema Verbraucherrechte. Wer mit Vernunft einkauft und sich nicht von unrealistischen Angeboten verleiten lässt sowie auch einmal Sicherheitshinweise befolgt,sich vorher erkundigt hat gute Chancen nicht auf die Nase zu fallen.
Leider schaltet bei vielen “Abgezockten” das Gehirn aus unter dem Motto “Gier frisst Hirn”.
Das sind dann allerdings auch die ersten Spezialisten die nach mehr Verbraucherrechten schreien. Alle anderen mündigen Verbraucher haben dann leider durch entmündigende Verbraucherrechte das nachsehen und natürlich auch die höhere Preise zu tragen.
Angeblich ist es jetzt möglich europaweit innerhalb von 14 Tagen kostenlos zu widerrufen. Das ist ja eine sehr praxistaugliche Idee ! Damit kommen Händler bei Spaßbestellungen aus Europa auf Versandkosten von bis zu 60 EUR die sie selber zu tragen haben.
Somit haben die Händler nur 2 Möglichkeiten, entweder sie heben die Artikelpreise so drastisch an um solche Rücksendungen mit einzukalkulieren oder sie liefern erst gar nicht mehr ins Ausland.
Somit wird der europäische Handel völlig gelähmt und ausgebremst. Der Verbraucher bestellt dann einfach direkt in China oder in den USA falls sein Händler ihn aus Italien nicht beliefern möchte. In China und den USA sind die Produkte nicht nur durch den Wechselkurs preiswerter, nein die Händler können ganz anders kalkulieren und die Artikel so preiswerter anbieten.
Es müssen weder Versandkosten, Rücksendekosten oder Garantieansprüche noch sonstige rechtliche Sachen beachtet werden.Somit haben die Händler einen enormen Wettbewerbsvorteil. Dies wird in Europa sicherlich einige tausend Arbeitsplätze kosten.
„Unterm Strich werden Verbraucher in Deutschland aber besser dastehen“, sagte der CDU-Europaabgeordnete Andreas Schwab.
Ja wenn man nicht weiter denkt könnte man zu so einen Schluss kommen. Leider gelten im Internet andere Gesetze weil das Internet eben nicht an der Europäischen Grenze aufhört. Wenn man solche Gesetze beschließt musste man dies Weltweit umsetzen damit keiner benachteiligt wird !
Der Verbraucher bestellt in der Regel da, wo es am billigsten ist. Das wird wohl in Zukunft noch mehr im nicht europäischen Ausland sein.
Das Argument, der ach so dumme Verbraucher bestellt nicht im Ausland weil es zu unsicher ist,ist auch völliger überholter Quatsch.
Denn der moderne Verbraucher besucht Preisportale, schaut sich Bewertungen an und zahlt per Paypal oder ähnlichen Zahlungsmitteln. Sollte dann mit dem Produkt, trotz positiver Bewertungen, etwas nicht stimmen, holt er sich selbständig von dem Zahlungsanbieter sein Geld zurück.Das geht schneller als es dem Händler lieb ist.
Aber daran sieht man, das teilweise Gesetze entwickelt werden, von Leuten die in der Praxis leichte Defizite vorweisen. Gut vielleicht stehen auch von Lobbyisten dahinter die Ihr Handwerk verstehen
.
Ach weiter ging es im oben genannten Artikel noch mit “Wer mit dem Kundendienst telefoniert, zahlt in Zukunft nur den Ortstarif – auch wenn der Händler eine teuere Telefonhotline zwischengeschaltete hat.”
Wieder eine Zwangsmaßnahme die keiner braucht und nur unnötig Geld kostet sowie den Wettbewerb verzerrt. Auch da wird man den Eindruck nicht los, nett gemeint aber in der Praxis ein Eigentor. Statt Verbraucherschutz Verbraucherpreis erhöht. Einfach nicht weiter gedacht und anscheinend noch nie im Handel oder in einem Callcenter tätig gewesen.
1. Wie kommuniziert und bestellt man überwiegend im Internet ?
- per E-Mail
2. Warum darf man dann für einen extra Service, der Geld und Personal kostet, kein Geld verlangen ?
- weil das Verbraucherschutz ist
3. Muss der Verbraucher denn bei einem Händler bestellen der eine “teure” Hotline hat ?
- nein es gibt doch genug andere Händler und der Markt bereinigt sich eigentlich von selbst z.B. durch Bewertungen
4. Warum kaufen dann so viele Verbraucher dennoch bei Händlern ein, die so eine “teure” Hotline haben ?
- weil die Produkte so billig sind ?
5. Warum sind die Produkte so billig ?
- weil der Händler extra Service nicht auf den allgemeinen Produktpreis mit aufrechnet sondern nur wenn man ihn tatsächlich benötigt z.B Expressversand
6. Ein Versandhandel mit einem Callcenter und ca. 200 Mitarbeitern darf jetzt keine Telefongebühren mehr verlangen, könnte das das Anrufvolumen um etliche sinnlose Anrufe erhöhen da viele heute ja eine Flatrate haben ?
- nein alle Verbraucher rufen max nur einmal an und das nur für wirklich sehr wichtige Sachen. Anfragen kommen meist per Mail oder Kontaktformular warum sollten die auch eine teure Hotline nutzen ?
7. Ich habe eine wirklich wichtige Frage die ich nicht per E-Mail klären kann.Ich muss einen Speditionstermin heute noch abändern. Erreiche ich den Kundendienst jetzt besser, oder ist dort durch Kunden die wissen wollen, ob die schwarze Hose auch wirklich schwarz ist, ständig besetzt ?
- Den Kundendienst erreichen Sie besser weil kostet ja nichts mehr
8. Wie werden denn jetzt eigentlich die 200 Mitarbeiter, die Techniker,Telefonanlage,Betriebskosten,Reparaturen,Verwaltung,Steuerberater,Anwalt,Reinigung des Callcenters bezahlt ? Wird das etwa auf den Artikelpreis mit aufgeschlagen ?
- Neeein natürlich nicht ! Die Mitarbeiter bekommen kein Geld mehr wir haben jetzt nur noch Praktikanten. Der Rest wird mit Fördergelder,Steuergelder und Spenden refinanziert.
Na dann ist ja gut ! Hätten Sie zu den Rücksendekosten auch noch die Telefongebühren in den Artikelpreis von 2 Euro einkalkuliert, könnte ich ja gleich in China bestellen. Sie wissen ja die Steuerfreigrenze bei Importen für Kleinsendungen liegt bei 150 Euro.
- Ja aber da haben Sie doch keine Sicherheit und die Produkte …
Sicherheit ? Habe ich hier bei einem Händler, der plötzlich Konkurs anmeldet, auch nicht und die Produkte sind teils eh die gleichen aus derselben Fabrik nur zu einem viertel des Preises !
Wozu brauchen Sie dann die ganzen Verbraucherschutzgesetze wenn Sie eh in China bestellen ?
-Tja ich habe die Verbraucherschutzgesetze nicht erfunden und die Urteile nicht erstritten. Das waren teilweise die Verbraucherschutzverbände die wollen ja schließlich auch leben und Ihre Daseinsberechtigung verteidigen
Ich würde ja gern in Deutschland wieder bestellen, aber da sind die Preise durch die Nebenkosten zu hoch…
Wie alles Quatsch ?
Sie kennen noch keinen der in China oder in der USA bestellt ?
Dann schauen Sie doch mal ins Internet oder fragen beim Zoll nach.
Hier einmal typische Einkaufsadressen:
http://www.aliexpress.com/
http://www.ebay.com
http://www.amazon.com